Winterausflug auf die Insel Poel

Es ist an der Zeit, die Seele zu füttern und das winterliche Meer zu genießen. Ein Winterausflug auf die Osteseeinsel Poel.

1. November 2026
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Pöhl, Foto: Madame Renard

Kaltes Kleinod Poel fernab von Trubel und Hektik

Die Luft ist klar. Der Wind rupft an unseren Hosenbeinen und lässt uns die Kälte spüren. Die Finger sind klamm und fühlen sich langsam wie Fremdkörper an. Wir laufen der Kälte entgegen. Es beißt im Gesicht. Die Haut wird starr.

Einmal richtig durchblasen lassen. Das ist so wunderbar. Die Möwen lachen und kreischen.

Unser Blick verschmilzt mit der Weite auf der Suche nach der Horizontlinie. 

Der Strandsand bildet eine körnige Masse. Die Kälte friert alle Empfindungen ein und der Wind trägt die Gedanken davon. Wir fühlen uns so wunderbar unbedeutend.

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Pöhl, Foto: Madame Renard

25 Autominuten nach Norden bis es nicht weitergeht

Irgendwo südlich von uns, hinter der kleinen Hafenstadt Wismar und einige Autobahnkilometer weiter schmiegt sich Schwerin zwischen sieben Seen. Irgendwo nördlich von uns beginnt Skandinavien. 

Die Ostseeinsel Poel ist im Sommer von Touristen belagert. Die uniformierten Ferienappartements sprießen hier und da an den Dorfrändern. Wo uns sonst eine Autoschlange über das Kleinod schiebt, ist jetzt weit und breit kein Motorengeräusch zu hören. Nur Pferdeschnauben. Wir stehen an einer Winterweide, die sich an einen Zeltplatz anschließt. „Zutritt zum Campingplatz nur für Befugte und angemeldete Personen" stellt sich ein Schild vor uns auf. Auch auf Poel ist der gut geordnete Tourismus angekommen. 

Aber in den kalten, ungemütlichen Monaten interessiert das niemanden. 

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Pöhl, Foto: Madame Renard

Es ist an der Zeit, alle Kräfte zu sammeln

Wer im Winter auf die Insel Poel fährt, ist allein mit sich der Weite und vielleicht einem ambitionierten Angler. Auf der zugigen Seebrücke in Rerik sucht auch er die Geborgenheit des Meeres. 

Unsere Köpfe stecken sonst voller Pläne, wunderbare Pläne. Und gerade wenn wir fast platzen vor Tatendrang, kommen wir hierher. Hier flieht die Hektik schnell vor der Ruhe. 

Mit steifen Gliedern und klarem Verstand steigen wir wieder in unser Auto und machen uns auf die Heimfahrt.

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Pöhl, Foto: Madame Renard