Briochettes aux Figues (Brioches mit Feigen)

Als Ostergebäck oder süße Frühstücksvariante: Das Brioche ist urfranzösisch. Es vereint in sich ein Stück Brotgeschichte und viel französisches Kulturgut. Ein Rezept gibt es natürlich auch.Jeder verbindet Brioche mit Frankreich. Das Kuchengebäck wird im Deutschen gern mit Apostelkuchen verglichen. Wie auf mancher Baskenmütze ziert eine kleine Teigkugel traditionell das französische Kuchengebäck. Diese typische Form besitzt das Gebäck seit dem 19. Jahrhundert.

Brioche-Kuchen, Foto: Madame Renard

Brioche – eine jahrhundertealte Tradition

Das älteste erhaltene Rezept für Brioche mit seinem süßen, buttrigen Hefeteig stammt allerdings schon aus dem Jahr 1742. Und der Ursprung des Wortes Brioche reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück.

Brioche ist vermutlich abgeleitet von dem Wort „brier“ oder „Broyer“ und heißt übersetzt zerdrücken oder zerstampfen. Als Ursprungsort für das Gebäck gilt die Normandie. Der Landstrich war berühmt für seine hochwertige Butter.

Schon die alten Römer liebten Gallisches Gebäck. Es war mit Bierhefe statt mit Sauerteig gebacken, was ihm eine für damalige Zeiten ungewohnte Leichtigkeit verlieh. In ihrer Kulturgeschichte der französischen Küche schreibt die Romanistin Claudia Biasci die Geschichte des Brotes auf.

In Rom galt Brot als Luxus

Die wahren Künstler des Brotbackens aus Weizenmehl waren demnach Ägypter und die Griechen. Schon 500 vor Christus sollen die griechischen Holzöfen den heutigen geähnelt haben. Und der römisch-griechische Historiker Athenaois zählte bereits mehr als 70 Brotsorten auf.

Für die Römer, die sich bis dato hauptsächlich von Brei aus Gerste und Hirse ernährt hatten, war Brot Luxus. Erst mit der griechischen Eroberung begannen sie richtig mit dem Brotbacken.

Die Verbreitung des Christentums sorgte dafür, dass Brot auch bei den Armen immer beliebter wurde und bald jede Mahlzeit begleitete.

Brioche-Kuchen, Foto: Madame Renard

Brot fördert die Gesundheit

Diese Tradition ist bis heute in Frankreich üblich, anders als in Deutschland. Schon im 19. Jahrhundert glaubte Alexandre Dumas, dass die Franzosen aus diesem Grund viel gesünder lebten als die Engländer und die Deutschen.

„Wie wir wissen, verzehrt das französische Volk weitaus mehr Brot als andere Völker und zweifellos führt dies dazu, dass hier weniger Krankheiten ausbrechen“, schreibt er in „Das große Wörterbuch der Kochkunst“. „Im Gegensatz dazu besteht die Hauptnahrung der Engländer und Deutschen aus Fleisch und Kartoffeln“ und stelle oft „die Ursache fauliger Krankheiten dar“.

Brioche-Kuchen, Foto: Madame RenardHeute wissen wir es natürlich besser. Und wie das Brot der alten Zeit besteht auch das Brioche aus den Grundzutaten Weizenmehl und Hefe.

Zu Ostern werden in Frankreich gern mit Orangenblüten aromatisierte Brioches gereicht. Ich habe ein einfaches Grundrezept für Brioche ein wenig abgewandelt. Es ist süßer und gleicht mehr kleinen Küchlein als Brot.

Aber probiere Dich ruhig aus und mische auch andere Früchte in den Teig. Ich wünsche Dir viel Spaß dabei und einen guten Appetit.

Juliane

Brioche-Kuchen, Foto: Madame Renard

Briochettes aux Figues (Brioches mit Feigen)
Schreibe eine Bewertung
Drucken
Zubereitungszeit
1 hr 20 min
Total Time
17 hr
Zubereitungszeit
1 hr 20 min
Total Time
17 hr
Zutaten
  1. ½ Vanilleschote
  2. 4 EL Milch
  3. 5 mittelgroße Eier
  4. 500 g Weizenmehl (Typ 550)
  5. 50 g Zucker
  6. 60 g Haselnusskerne
  7. 100 g getrocknete Feigen
  8. 250 g kalte Butter
  9. Meersalz
  10. 25 g Hefe
  11. 1 Eigelb und
  12. 2 EL Milch zum Bestreichen
  13. 18 Briocheförmchen oder
  14. eine Muffinsform (darin werden die Brioches etwas größer)
Zubereitung
  1. Am Abend vor dem Backen Mehl, Zucker einen halben Löffel Meersalz miteinander in einer Schüssel vermengen. Die Hefe untermischen und Eier sowie Milch dazugeben.
  2. Das Ganze mit dem Knethaken oder einer Küchenmaschine ein paar Minuten zu einem elastischen Teig verkneten.
  3. Die Nüsse grob hacken.
  4. Die Feigen in möglichst kleine Würfel schneiden und in 5 bis 6 EL heißem Wasser quellen lassen.
  5. Die Butter würfeln und Stück für Stück unter den Teig kneten.
  6. Abschließend Feigen, Nüsse und Vanille unterarbeiten.
  7. Den Teig nun mit dem Knethaken oder besser mit der Küchenmaschine etwa zehn Minuten ordentlich durchkneten – auf kleinster Stufe. Er sollte seidig glänzen und noch weich sein.
  8. Nun den Teig abdecken und bei Zimmertemperatur etwa zwei Stunden gehen lassen.
  9. Anschließend am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen (etwa 12 Stunden).
  10. Den Teig danach eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  11. Parallel die Förmchen gründlich einfetten.
  12. Nun den Teig in so viele gleichgroße Portionen teilen, wie Förmchen vorhanden sind.
  13. Von den jeweiligen Portionen erneut ein kleines Stück abtrennen und zu runden Kügelchen formen.
  14. Die großen Teigstücke nun in die Formen setzen, in die Mitte eine Mulde drücken und dort die kleinen Kügelchen leicht hinein drücken.
  15. Die Form nun vorsichtig abdecken und noch einmal zwei Stunden gehen lassen.
  16. Unterdessen den Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen.
  17. Eigelb und Milch miteinander verrühren und den Teig damit bepinseln.
  18. Nun alles in den Backofen schieben und 15 bis 20 Minuten – je nach Größe – backen.
  19. Die Brioches herausnehmen, kurz abkühlen lassen und noch warm servieren.
Madame Renard http://madamerenard.de/

Über Madame Renard

Ich bin Juliane Fuchs. Zu einem perfekten Tag gehört für mich gut essen und schreiben. Seit Sommer 2015 betreibt mein Mann das „La Bouche“, ein französisches Restaurant in der schönen Schweriner Altstadt. Dazu gibt es auf diesem Blog Rezepte und Gastro-Geschichten.

2 Kommentare zu Briochettes aux Figues (Brioches mit Feigen)

  1. Liebe Jule,
    Deine Brioches mit Feigen klingen superköstlich, bestimmt ist der Teig herrlich feinporig durch die lange Standzeit. Als Rosinenbrötchen stelle ich sie mir auch sehr lecker vor, ach, immer diese vielen Variationsmöglichkeiten.
    Liebe Grüße Sigrid

    • Liebe Sigrid,

      ja, ich weiß, was Du meinst. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Aber ein Standardrezept und viele Variationen davon vereinfachen das Leben ja auch manchmal. 🙂

      Lieben Gruß
      Jule

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.