Original Galettes-Grundteig und von der Bedeutung des Buchweizens

Französischer kann ein Rezept kaum sein: Der Galettes-Grundteig hat seinen Ursprung bei den bretonischen Bauern des Mittelalters. Der Buchweizenpfannkuchen ist ein typisches Armeleute-Essen, dabei supergesund und schnell zubereitet. 

Galettes-Grundteig, Foto: Madame Renard

Was steckt eigentlich in diesem Buchweizen?

Buchweizen ist unglaublich gesund. Viel Eiweiß für starke Knochen, dafür kein Gluten für eine gute Verdauung. Es senkt den Blutzuckerspiegel. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Es schützt die Leber und ist gut für Denker. Es senkt den Blutdruck und soll gut gegen Krampfadern sein. Klingt fast wie ein Superfood, ein Alleskönner, ein Supertalent unter den Feldfrüchten.  


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Buchweizen ist weit verbreitet, auf der ganzen Welt. Die Chinesen waren die ersten, die den Buchweizen kultiviert haben. Vor 4600 Jahren. Die Europäer brauchten etwas länger, knapp vier Jahrtausende länger. Er hat heute längst nicht die Bedeutung von Getreide, ist auch gar keins. Buchweizen bezeichnet man als Pseudogetreide. Das gibt es vor allem in Reformhäusern zu kaufen. 

Galettes-Grundteig, Foto: Madame Renard

Kann ich so einen Galettes-Grundteig auch zubereiten?

Das ist ganz einfach, wenn man Übung hat und das richtige Equipment. Beim Profi sieht das immer so leicht aus. Brauch man da wirklich so eine Ausrüstung? Vielleicht, muss man aber nicht. Übung braucht man und am Anfang Geduld. Die eigene Pfanne, ein bisschen Fingerspitzengefühl und dann sollte es auch funktionieren. Die ersten werden immer viel zu dick, das geht aber mit der Zeit immer besser. Versprochen.

Und wenn nicht, dann einfach wie normale Eierkuchen zubereiten. Das schmeckt trotzdem und ist in Norddeutschland eigentlich auch Tradition. Die Fischköppe mischen in den Teig auch schwarzen Tee oder sogar Kaffee. Das muss man schon mögen. 


Galettes-Grundteig, Foto: Madame RenardGalettes-Grundteig, Foto: Madame Renard

Und womit fülle ich meine Galettes jetzt?

Einfach mit dem füllen, was gerade da ist. Mal wieder nichts! Doch, noch ein Rest Lachs vom Frühstück und ein bisschen Babyspinat. Ein Klecks Crème fraîche für den Geschmack. Zuklappen. Fertig.

Ziegenkäse geht auch. Mit Tomate oder roter Beete. Eigentlich geht alles, wonach der Appetit gerade verlangt. Das ist ja das Tolle am Galettes. Okay, der Appetit verlangt heute eher nach deutscher Hausmannskost? Käse, Schinken, Spiegelei. Geht auch super. Mehr Inspiration gibt es auch auf der La Bouche-Speisekarte.

Der Füllung sind hier keine Grenze gesetzt. 

Galettes-Grundteig, Foto: Madame Renard

Wie falte ich das jetzt richtig?

Am besten mit einem langen Messer oder Teigschieber. Sechseckig, viereckig. Wonach einem eben so ist. Der Tag dieses Galettes war dreieckig. Schmeckt genauso. Versprochen!

Und jetzt ran an den Teig!

Eure Juliane

Im Folgenden gibt es das Rezept für den Grundteig für Galettes. Das Füllen bleibt Eurem Appetit überlassen. Probiert Euch aus.

Galette-Teig
reicht für 6
Reicht für etwa 14 Galettes (7 Personen). Für weniger Portionen die Verhältnisse der Zutaten einfach anpassen.
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Zutaten
  1. 500 g Buchweizenmehl
  2. 1 Liter Wasser
  3. 12 g Meersalz
  4. 1 großes Ei
  5. 250 ml Milch (3,5 %)
  6. eine Pfanne mit einem dicken Boden (damit sich die Hitze gleichmäßig verteilt)
  7. ein Rozell - ein Rechen extra für die Galettes-Zubereitung
Zubereitung
  1. Mehl, Ei und Salz in einer Schüssel vermengen.
  2. Die Milch unterrühren und nach und nach 750 ml Wasser unterkneten. Am besten mit der Hand. Dann hat man ein besseres Gefühl. Der Teig wird am Ende elastischer, lässt sich in der Pfanne leichter verteilen.
  3. Wenn aus dem zähflüssigen Teig kleine Luftblasen aufsteigen, ist der Teig fertig. Vorerst. Er sollte jetzt die Konsistenz eines zähflüssigen Joghurts haben.
  4. Jetzt das restliche Wasser drüber gießen und alles über Nacht in den Kühlschrank stellen.
  5. Am nächsten Tag: Die Pfanne gleichmäßig auf dem Herd erhitzen. Nicht zu heiß. 220°C ist optimal. Einfach ausprobieren. Galettes-Zubereitung ist Übung.
  6. Vor jedem Galette Schmalz, Magarine oder Öl in der Pfanne verteilen.
  7. Einen Klecks Teig an den Rand der Pfanne gießen und mit dem Rozell verteilen.
  8. 1 bis 2 Minuten bräunen und mit einem flachen Messer umdrehen.
  9. Noch einmal etwa 30 Sekunden garen.
  10. Fertig zum Füllen, dann die Seiten umschlagen und servieren.
Anmerkungen
  1. Wenn die Zutaten gleich mit dem Galette erwärmt werden, dann alles neben dem Herd bereit stellen. So kann es sofort auf dem Galette in der Pfanne verteilt werden. Seiten umschlagen. Fertig.
Madame Renard http://madamerenard.de/

Über Madame Renard

Ich bin Juliane Fuchs. Zu einem perfekten Tag gehört für mich gut essen und schreiben. Seit Sommer 2015 betreibt mein Mann das „La Bouche“, ein französisches Restaurant in der schönen Schweriner Altstadt. Dazu gibt es auf diesem Blog Rezepte und Gastro-Geschichten.

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