Orangener Superheld aus Afghanistan

Ob roh oder gekocht, ob als leckeres Diätfutter, süße Vitaminbeilage zum Fleisch, als Kuchenzutat oder als Suppe: Die Karotte ist so vielseitig und gesund, dass sie in Deutschland gleich auf Platz zwei in der Liste der beliebtesten Gemüse steht.

Nur zur Tomate greift der Kunde noch häufiger. Und weil Karotten so gern genommen wird, haben die Anbieter längst reagiert – Möhren gibt es im Handel das ganze Jahr über zu kaufen. Und genau deshalb kann sie auch ständig auf unserem Speiseplan landen.


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Möhrensuppe Foto: Madame Renard

Auf die inneren Werte kommt es an

Sollte sie auch, denn ihre inneren Werte sind ganz erstaunlich. Carotin, Vitamin C, Kalium und Eisen gehören zu den wichtigsten Inhaltsstoffen. Beta-Carotin kann vom menschlichen Körper in Vitamin A umgewandelt werden, das wir unter anderem zum Hell-Dunkel-Sehen brauchen. Der in Karotten enthaltene Ballaststoff Pektin quillt im Magen-Darm-Trakt auf und sorgt für ein ordentliches Sättigungsgefühl – kann aber auch für leichte Verstopfung sorgen. Deshalb bekommen Babys bei Durchfall gern Möhrensaft. Roh hat die Möhre eine leicht entwässernde Wirkung. Karotten fördern außerdem die Blut- und Zahnbildung sowie für die eigenen Widerstandskräfte gegen alle möglichen Krankheiten. Die Möhre ist also ein echter Superheld unter den Gemüsen.

Möhrensuppe Foto: Madame Renard

 

Möhrensuppe Foto: Madame Renard

So verarbeitest Du die Superhelden 

Beim Kauf solltest Du darauf achten, dass die Möhren fest sind. Ein gutes Frischeindiz ist außerdem kräftiges grünes Laub. Die meisten der tollen Inhaltsstoffe liegen direkt unter der Rinde. Deshalb solltest Du junge Karotten lieber gründlich waschen und bürsten anstatt sie zu schälen. Weiterer wichtiger Tipp: Gib immer etwas Butter oder gutes Öl vor dem Essen zur Möhre, denn nur so kann das fettlösliche Beta-Carotin seine Wirkung voll entfalten.

Auch wenn schon unsere Urgroßmutter Möhren im eigenen Garten anbaute– ursprünglich stammt die orangefarbene Wurzel aus wärmeren, exotischen Gefilden. Aus Afghanistan nämlich. In Europa kannte man die Möhre seit der Antike nur als weißes Exemplar. Vermutlich sind die orangenen Wurzeln zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert mit Karawanen und Händlern aus dem Orient zuerst nach Nordafrika und Spanien, anschließend nach Mittel- und Osteuropa gekommen.

Möhrensuppe Foto: Madame RenardMöhrensuppe Foto: Madame Renard

Weiß, lila, gelb, orange – insgesamt 40 Sorten

Wie sie sich dann in Europa verbreitet, liest die französische Kulturwissenschaftlerin Evelyn Bloch-Dano aus Gemälden: „Ab dem 16. Jahrhundert erscheinen unterschiedliche Kartottenformen auf den Stillleben von Pieter Aertsen und Joachim Beukelaer“, schreibt sie in ihrem Buch „Die Sehnsucht im Herzen der Artischocke“. Die flämischen Maler erweisen sich als erstklassige Zeitzeugen. „Sie zelebrieren den Überfluss und zugleich die bedeutende Rolle, die die Niederlande beim Gemüseanbau spielen, einige Gemälde dienen regelrecht als Werbeplakat.“

Weiß, lila, gelb, orange – insgesamt 40 verschiedene Karotten-Sorten gab es 1925. Heute wird professionell auf Kundenwünsche hin gezüchtet und die anderen Farben sind leider nur noch selten zu finden.

 

Crecy-Suppe
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Zutaten
  1. 2 Zwiebeln
  2. 250 g Möhren
  3. 50 g Butter
  4. 25 g Reis
  5. 1 Thymianzweig
  6. 700 ml Gemüsebrühe
  7. Salz, Pfeffer, Zucker
Zubereitung
  1. Zwiebeln und Karotten schälen und würfeln.
  2. Das Gemüse in Butter andünsten, mit Salz und Zucker würzen und 10 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.
  3. Reis, Thymian und Brühe zugeben und bei geringer Hitze 30 Minuten weiter köcheln lassen.
  4. Thymianzweig herausnehmen, Suppe mit dem Pürierstab pürieren und bei Bedarf noch etwas salzen und pfeffern. Guten Appetit.
Madame Renard http://madamerenard.de/

Über Madame Tamtam

Salut! Ich bin Madame Tamtam. Ein wenig küchen- und kochverrückt muss man schon sein, um sich in die Riege der tausenden Foodblogger einzureihen. Und weil ich ein wenig schüchtern bin, blogge ich vorerst nicht selbst, sondern schaue erst einmal Madame Renard über die Schulter in die Kochtöpfe und schnüffle ein wenig in der Lebensmittelgeschichte. Was ich dort finde, schreibe ich hier auf.

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