Madam Rote Rübe über ihr Ziegenkäse-Kochbuch

Madame Rote RübeEinen Umzug und eine neue Küche später melde ich mich zurück in der Foodblogger-Szene. Und weil Madam Rote Rübe in der Zeit ihr neues Kochbuch auf den Büchermarkt geworfen hat, habe ich sie mir gleich mal gegriffen und etwas ausgefragt.  

Nun sagt so ein Interview zwar viel über die Bloggerin und ihre Leidenschaft für Ziegen und ihren Käse aus, aber es finden nur schwer ganze Rezepte darin Platz. Deshalb gibt es im zweiten Teil zu diesem Artikel ein Rezept und das Beste:

Ihr könnt das Kochbuch gewinnen. Mehr dazu erfahrt Ihr im zweiten Teil. 

Sigrid Schimetzky alias Madam Rote Rübe über Ziegen und Käse

Madame Renard: Woher kommt Deine Leidenschaft für Ziegen und Ziegenkäse?

Sigrid Schimetzky: Ich glaube, das wurde mir in die Wiege gelegt, denn schon als Kind lief ich am liebsten bei meiner Verwandtschaft auf dem Bauernhof herum. Von einem Stall zum anderen. Spitzte bei den Schweinen mit den Ferkelchen hinein, spielte um kleine Kälbchen herum und versank dabei in ihren großen runden Augen, streichelte samtweiche Kaninchen und war begeistert, wenn ich ein Ei von freilaufenden Hühnern abends essen konnte. Später ging es im Urlaub in den Süden Frankreichs, häufig wanderten wir zu einem weit außerhalb der Ortschaft lebenden Ziegenbauern, der in alten Gemäuern seinen Ziegenkäse feilbot. Fasziniert von den individuellen Ziegen, die so interessiert und pfiffig uns beobachteten, und dem Ziegenkäse, den wir stets als wertvolle Trophäe mit zu unserem Campingplatz zurücknahmen, begann dort wohl meine Liebe zu ihnen. 

Wir schlenderten über die Märkte mit heimischem Gemüse, herzhaften Brotsorten, milden und würzigen Honigen und fruchtig säuerlichen Obstsorten. Dazu lag vor uns eine Bandbreite der verschiedensten Ziegenkäsen, wie ich sie nie zuvor gesehen hatte: Die charaktervollsten Ziegenkäsesorten mit speziellen Eigenarten, Formen und Aromen. Einige landeten davon stets in unserem Korb, mit Tomaten und Baguette verköstigten sie uns aufs Herrlichste auf so manchem Picknick.

Später lernte ich ein altes Ehepaar kennen, glücklich und zufrieden hielt es sich einige Ziegen und versorgte sich mit Ziegenkäse, irgendwie tickte dort die Uhr langsamer. Bei ihnen probierte ich einen geräucherten Ziegenkäse. So was von lecker, dass ich heute noch davon schwärme, wenn ich nur daran denke. Ja, ich war begeistert von den mit Liebe artgerecht gehaltenen Ziegen, von der Liebe zum handgemachten Käse, der durch jede Region und Landschaft seinen Stempel aufgedrückt bekommt, der ihn einzigartig und außergewöhnlich macht. Es ist der Traum vom einfachen, natürlichen Leben – Klasse statt Masse – gepflegte Esskultur und heimatliche Natur.

Madame Renard: Wie findest Du Deine Rezeptideen?

16.06_900 Ziegen_003Sigrid Schimetzky: Ich schmökere für mein Leben gerne, ich besitze eine Menge Kochbücher, im Internet bin ich wie Miss Marple stets auf der Suche, nein….. nicht nach Mördern, nach besonderen Gerichten, die mich inspirieren. Einfach, ländlich, purer Genuss, das ist mein Ding. Nur stur nachkochen geht allerdings nicht, dazu feile ich zu gerne  an den Rezepten – zum Leidwesen meines Mannes, der meine Experimentierfreude so manches Mal zu spüren bekommt. 

Madame Renard: Dein Mann weiß Deine Experimentierfreude bestimmt zu schätzen. Was war der Auslöser für Dich, ein Kochbuch zu schreiben?

Sigrid Schimetzky: Mit 17 Jahren begann ich, Rezepte aufzuschreiben, die meinen Gaumen ansprachen und natürlich kam mit der Zeit eine stattliche Sammlung zusammen. Da ich gerne systematisch arbeite, brachte ich eine Struktur hinein, so begann es mit kleinen themenbezogenen Heften. Dann entwickelte sich eine Meisterarbeit über Herbstfrüchte recht umfangreich und die Freude darüber, derart kreativ tätig sein zu dürfen, inspirierte mich zu dem Gedanken: Warum nicht ein Kochbuch schreiben? Hier durfte alles einfließen, was mich ausmacht. Eine Mischung aus meinen Rezepten, meiner Fotografie, meiner Persönlichkeit und meine Leidenschaft für Ziegen und Ziegenkäse und deren Zubereitung. Dazu hatte ich das Glück, dass mein Mann mich in allen Dingen stets großartig unterstützt und ermutigt, jeden Tag mein Bestes zu geben, damit mein Traum wahr wird.

Madame Renard: Welches ist Dein persönliches Lieblingsrezept, wenn Du nur eins aussuchen dürftest?

Sigrid Schimetzky: Über diese Frage brütete ich am längsten. Das finde ich furchtbar schwer, ich esse sooo vieles gerne.

Okay, also Pellkartoffeln mit Ziegenfrischkäse-Kräuterdip – hmmm – oder vielleicht doch Blattsalate mit gebratenen Ziegenkäsetalern – super lecker – oder halt, ich nehme das geröstete Birnen-Käse-Landbrot.

Madame Renard: Vielen Dank, Sigrid!

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Fotos: Madam Rote Rübe

Über Madame Renard

Ich bin Juliane Fuchs. Zu einem perfekten Tag gehört für mich gut essen und schreiben. Seit Sommer 2015 betreibt mein Mann das „La Bouche“, ein französisches Restaurant in der schönen Schweriner Altstadt. Dazu gibt es auf diesem Blog Rezepte und Gastro-Geschichten.

2 Kommentare zu Madam Rote Rübe über ihr Ziegenkäse-Kochbuch

  1. Liebe Juliane,
    ich danke Dir ganz herzlich, dass Du mir hier eine Plattform bietest, mein Ziegenkäsebuch und mich vorzustellen. Das ist wunderbar und ich freue mich wie Bolle darüber.
    Liebe Grüße Sigrid

    • Madame Renard sagt:

      Liebe Sigrid!

      Das mache ich total gern. Das Interview ist richtig schön geworden, vielen Dank dafür!

      Sonnige Grüße
      Juliane

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