Beschwipster Gockel: Coq d’Astra

Coq d'Astra, Foto: Madame Renard

Ihr habt mich erwischt: Dieses Rezept ist nicht französisch. Den beschwipsten Gockel haben wir aus Hamburg mitgebracht. Damit er zwischen den ganzen französischen Rezepten nicht allzu sehr auffällt, habe ich ihm einfach einen neuen Namen gegeben: Coq d’Astra. Eine Anleitung für den besoffenen Astra-Dosen-Sitzer gibt es in der „Kiezküche // St. Pauli“, einem sympathischen Laden auf St. Pauli.

Coq d'Astra, Foto: Madame Renard

Nein, der Hahn hat nicht wirklich etwas mit dem Klassiker „Coq au vin“ gemein, bei dem das Geflügel erst mehrere Stunden oder Tage im Wein schwimmt, bevor er sich danach im Bräter wieder aufwärmen darf. 

Bei diesem Rezept darf der Hahn würzig eingeölt im Kühlschrank übernachten, bevor er kurz vor dem Ofen Kontakt zum Alkohol bekommt. 

Auch wenn der Gockel fruchtig-fröhlich daher kommt, das Rezept funktioniert und ist mal etwas anderes. Sieht schon lustig aus, wie der Braten so auf der Dose im Ofen sitzt. Natürlich haben wir die Bierbüchse vorher ordentlich abgewaschen, bevor das Geflügel darauf Platz nehmen durfte.

Coq d'Astra, Foto: Madame Renard

Als ich das Geflügel so blass in den Ofen geschoben habe, fand ich das ganze Rezept noch recht schräg. Das änderte sich allerdings, als er anfing, in der Küche einen würzigen Bratengeruch zu verbreiten.

Da lief mir das Wasser im Mund zusammen und ich bildete mir fast ein, der goldene Gockel würde mir winken und so zu verstehen geben, er wäre jetzt eigentlich fast bereit für den Verzehr. 

Und ja, er war bereit und er schmeckte. Eine leichte Gerstensaft-Note, Gewürze und eine schöne knackige Haut – das Hähnchen hat alles, was ein Grill-Huhn auszeichnet, das eine Zeit auf einer Bierbüchse im Ofen gehockt hat – nur seine Haltung ist etwas ungewöhnlich.

Also, falls Ihr mal etwas Neues ausprobieren wollt. Das Rezept ist nicht schwer, etwas außergewöhnlich und das Ergebnis wirklich lecker. 

Bon appétit!

Beschwipster Gockel: Coq d'Astra
Ein nicht ganz so französisch zubereiteter Vogel.
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Zubereitungszeit
30 min
Kochzeit
1 hr 30 min
Total Time
2 hr
Zubereitungszeit
30 min
Kochzeit
1 hr 30 min
Total Time
2 hr
Zutaten für den nicht ganz so französischen Vogel
  1. 1,5 kg Hahn
  2. 1 Dose Astra
  3. 1 Bio-Zitrone
  4. 1 Bio-Orange
  5. 2 Sternanis
  6. 5 Kapseln Kardamon
Für die Marinade
  1. 1 weiße Zwiebel
  2. 2 Esslöffel Tomatenmark
  3. 1 Esslöffel Paprikapulver
  4. 1 Esslöffel Currypulver
  5. 1 Esslöffel Zucker
  6. 2 Esslöffel Balsamicoessig
  7. 1 Esslöffel Meersalz
  8. 5 Esslöffel Olivenöl
  9. gemalener Pfeffer
Zubereitung
  1. Die Zwiebel fein würfeln und alle Marinadenzutaten verrühren. Das Huhn von innen und außen marinieren - über Nacht in den Kühlschrank betten.
  2. Astra-Dose öffnen und einen großen Schluck nehmen.
  3. Zitrone und Orange waschen, schälen und die Schale mit dem Sternanis sowie den Kardamonkapseln in die Dose geben.
  4. Das Huhn darauf Platz nehmen lassen und 1,5 Stunden bei 130 Grad im Ofen garen. In den letzten zehn Minuten die Temperatur auf 180 Grad erhöhen, damit das Huhn schön knusprig wird.
  5. Etwas abkühlen lassen und servieren.
Madame Renard http://madamerenard.de/
Fotos: Madame Renard

Über Madame Renard

Ich bin Juliane Fuchs. Zu einem perfekten Tag gehört für mich gut essen und schreiben. Seit Sommer 2015 betreibt mein Mann das „La Bouche“, ein französisches Restaurant in der schönen Schweriner Altstadt. Dazu gibt es auf diesem Blog Rezepte und Gastro-Geschichten.

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