Himmlische Orangen-Tarte

Orangen-Tarte mit Mandelcreme, Foto: Madame RenardPasst perfekt in die Adventszeit: Diese Orangen-Tarte mit Mandelcreme macht Lust aufs Fest. Hier gibts das Rezept dazu und Ihr erfahrt, warum Orangen Jahrhunderte lang so kostbar waren.

Orangen-Tarte – so schmeckt die Adventszeit

Ich liebe die Vorweihnachtszeit. In meine diesjährige Adventszeit, in der ich viel Französisches ausprobieren will, gehört ein cremig-fruchtiger Kuchen wie diese Orangen-Tarte. Zugegeben: Sie ist ein wenig aufwändig und nicht so schnell gebacken.

Ich habe ein wenig Geduld gebraucht, um die vier Orangen zu filetieren, aber es lohnt sich – versprochen. Wie zur Belohnung breitet sich schon einmal der typische Orangengeruch in der Küche aus, der so sehr zu Weihnachten passt.

Orangen sind im Dezember besonders süß und saftig, finde ich. Den Saft hab ich in einer Schüssel aufgefangen und später als „Frisch gepressten“ getrunken. Er hätte die Orangen-Tarte sonst zu „gatschig“ werden lassen.

Orangen-Tarte mit Mandelcreme, Foto: Madame RenardOrangen-Tarte mit Mandelcreme, Foto: Madame Renard

Orangen – das Mitbringsel der Kreuzfahrer

Bis zur Zeit der Kreuzfahrten im 11., 12. und 13. Jahrhunderten waren Orangen in Europa übrigens noch recht unbekannt. Erst die Kreuzfahrer brachten Orangen, Zitronen, Aprikosen und Zuckerrohr mit nach Europa. 

Die Früchte blieben allerdings noch Jahrhunderte lang selten und kostbar. Deshalb mussten sie haltbar gemacht werden. Dazu nutzte man Zucker, der im Mittelalter ebenfalls sehr teuer und selten war. Nur wenige wussten, wie er hergestellt wurde. Bis nach der französischen Revolution benutzten einfache Leute vor allem Honig zum Süßen von Speisen.

So kosteten die kandierten Früchte viel Geld. So viel, dass sie als „Zimmergewürze“ nur auf den Tafeln der hohen Herren zu finden waren. (∗1)

Orangen-Tarte mit Mandelcreme, Foto: Madame RenardOrangen-Tarte mit Mandelcreme, Foto: Madame Renard

Ein Fest für Kuchenmonster

Nun, wir haben heutzutage von beidem, so viel wir wollen – von Orangen und von Zucker. Übrigens: Diese Orangen-Tarte ist sehr süß. Nehmt also weniger Zucker, als es im Rezept angegeben ist, wenn Ihr es nicht ganz so süß mögt. Dann solltet Ihr etwa ein Drittel der angegebenen Zuckermenge weglassen, würde ich in diesem Fall raten.

Und damit bleibt mir nur noch, das Rezept herauszurücken und Euch einen gelungenen, gemütlichen und genussvollen ersten Advent zu wünschen.

Eure Madame Renard

Orangen-Tarte
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Zubereitungszeit
40 min
Kochzeit
55 min
Zubereitungszeit
40 min
Kochzeit
55 min
Mürbeteig
  1. 125 g Butter
  2. 225 g Mehl
  3. 30 g Mandeln
  4. 70 g Zucker
  5. 1 Prise Salz
  6. 1 Ei
Belag
  1. 4 unbehandelte Orangen
  2. 1 EL Orangen-Abrieb
  3. 75 g Butter
  4. 75 g Zucker
  5. 3 Eier
  6. 75 g gemahlene Mandeln
  7. 150 g Crème double
  8. 3 EL gehackte Mandeln
und
  1. Butter für die Form
  2. Hülsenfrüchte zum Blindbacken
Zubereitung
  1. Für den Teig alle Zutaten miteinander vermengen bis ein glatter Teig ohne Klümpchen entsteht. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und in den Kühlschrank legen - mindestens eine Stunde, besser über Nacht.
  2. Anschließend den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche legen und etwas ruhen lassen, damit er Raumtemperatur annimmt. Dann lässt er sich leichter verarbeiten.
  3. Nun die Backform mit Butter einfetten.
  4. Unterdessen den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  5. Den Teig nun ausrollen, so dass er etwa 0,5 Zentimeter dick ist und in die Form passt. Wem der Teig reißt, der kann ihn auch Stück für Stück in die Form legen und die Ränder ineinander drücken. Man kann den Teig auch mit den Fingern in die Form drücken, ohne ihn auszurollen. Dann sieht er zwar handgemachter aus, wird aber unter Umständen auch ungleichmäßiger.
  6. Den fertigen Teig in der Form dann mehrmals mit einer Gabel einstechen.
  7. (Ganz Genaue stellen die Form mit dem Teig nun noch einmal eine halbe Stunde in den Tiefkühler, damit er sich beim Backen weniger zusammen zieht. Ich halte das für überflüssig. Gerade weil sich der Teig ein wenig zusammen zieht, ist er nach dem Backen auch leichter aus der Tarte-Form zu heben. Das ist also Ansichtssache.)
  8. Bevor Du den Teig in den Ofen schiebst, bedecke ihn mit Backpapier und belege dieses wiederum mit Hülsenfrüchten. Dann hebt sich der Teig nicht ungleichmäßig nach oben und lässt sich nach dem Backen leichter belegen.
  9. Nun die Form für etwa 15 Minuten in den Backofen schieben. Der Teig muss danach trocken sein, sonst lass ihn einfach etwas länger backen.
  10. Ist er fertig? Lass den Teig ein wenig abkühlen.
  11. Den Backofen nun auf 160 Grad herunter drehen.
  12. Für den Belag wasche die Orangen (nach Möglichkeit Bio-Orangen) und reibe die Schale ab. Für den Kuchen benötigst Du etwa einen Esslöffel voll. Wer einen intensiveren Orangen-Geschmack haben möchte, nimmt etwas mehr.
  13. Danach die Orangen schälen und die Früchte filetieren. Die Stücken unbedingt über einem Sieb abtropfen lassen. Wenn sie zu saftig sind, wird der Kuchen zu flüssig.
  14. Unterdessen die Butter mit dem Zucker schaumig schlagen. Die Butter muss dafür sehr weich, aber nach Möglichkeit nicht flüssig sein.
  15. Achtung: Der Vorgang dauert etwas länger (bis zu 15 Minuten), die im Folgenden entstehende Masse muss unbedingt klümpchenfrei sein.
  16. Unter die schaumige Masse nach und nach zwei Eier rühren, gefolgt von den gemahlenen Mandeln und der Crème double. Am Ende das letzte Ei und die Orangenschale unterrühren.
  17. Die entstandene Mandelcreme auf den Tarte-Boden streichen, darauf die Orangenfilets in einem schönen Muster verteilen und die gehackten Mandeln darüber streuen.
  18. Den Kuchen auf der mittleren Schiene nun etwa 35 bis 40 Minuten bei 160 Grad backen. Die Creme sollte relativ fest aber nachgiebig sein.
  19. Nun die Tarte abkühlen lassen und noch eineinhalb Stunden in den Kühlschrank stellen. Dann servieren.
Madame Renard http://madamerenard.de/
∗1 Biasei, Claudia; „Das Alte im Neuen, Kulturgeschichte der französischen Küche“, Bielefeld, 1991

Orangen-Tarte mit Mandelcreme, Foto: Madame Renard

Über Madame Renard

Ich bin Juliane Fuchs. Zu einem perfekten Tag gehört für mich gut essen und schreiben. Seit Sommer 2015 betreibt mein Mann das „La Bouche“, ein französisches Restaurant in der schönen Schweriner Altstadt. Dazu gibt es auf diesem Blog Rezepte und Gastro-Geschichten.

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