Futter für die Seele: Winterausflug auf die Insel Poel

Neues Jahr, tolle Pläne, endloser Tatendrang: Davor ist es an der Zeit, um noch einmal die Seele zu füttern und das winterliche Meer zu genießen – ganz unweit vom Bistro La Bouche. Ein Winterausflug auf die Osteseeinsel Poel. 

Pöhl, Foto: Madame Renard

Kaltes Kleinod Poel fernab von Trubel und Hektik

Die Luft ist klar. Der Wind rupft an unseren Hosenbeinen und lässt uns die Kälte spüren. Die Finger sind klamm und fühlen sich langsam wie Fremdkörper an. Wir laufen der Kälte entgegen. Es beißt im Gesicht. Die Haut wird starr.

Einmal richtig durchblasen lassen. Das ist so wunderbar. Die Möwen lachen und kreischen.

Unser Blick verschmilzt mit der Weite auf der Suche nach der Horizontlinie. 

Der Strandsand bildet eine körnige Masse. Die Kälte friert alle Empfindungen ein und der Wind trägt die Gedanken davon. Wir fühlen uns so wunderbar unbedeutend.

Pöhl, Foto: Madame RenardPöhl, Foto: Madame Renard

25 Autominuten nach Norden bis es nicht weitergeht

Irgendwo südlich von uns, hinter der kleinen Hafenstadt Wismar und einige Autobahnkilometer weiter schmiegt sich das Bistro „La Bouche“ ins Schweriner Stadtleben. Irgendwo nördlich von uns beginnt Skandinavien. 

Die Ostseeinsel Poel ist im Sommer von Touristen belagert. Die uniformierten Ferienappartements sprießen hier und da an den Dorfrändern. Wo uns sonst eine Autoschlange über das Kleinod schiebt, ist jetzt weit und breit kein Motorengeräusch zu hören. Nur Pferdeschnauben. Wir stehen an einer Winterweide, die sich an einen Zeltplatz anschließt. „Zutritt zum Campingplatz nur für Befugte und angemeldete Personen“ stellt sich ein Schild vor uns auf. Auch auf Poel ist der gut geordnete Tourismus angekommen. 

Aber in den kalten, ungemütlichen Monaten interessiert das niemanden. 

Pöhl, Foto: Madame Renard

Es ist an der Zeit, alle Kräfte zu sammeln

Wer im Winter auf die Insel Poel fährt, ist allein mit sich der Weite und vielleicht einem ambitionierten Angler. Auf der zugigen Seebrücke in Rerik sucht auch er die Geborgenheit des Meeres. 

Unsere Köpfe stecken sonst voller Pläne, wunderbare Pläne. Und gerade wenn wir fast platzen vor Tatendrang, kommen wir hierher. Hier flieht die Hektik schnell vor der Ruhe. 

Mit steifen Gliedern und klarem Verstand steigen wir wieder in unser Auto und machen uns auf die Heimfahrt und auf ins neue Jahr.

Und so aufgeräumt wünschen wir auch Euch ein erfülltes, gesundes und erfolgreiches 2016!

Pöhl, Foto: Madame Renard

Über Madame Renard

Ich bin Juliane Fuchs. Zu einem perfekten Tag gehört für mich gut essen und schreiben. Seit Sommer 2015 betreibt mein Mann das „La Bouche“, ein französisches Restaurant in der schönen Schweriner Altstadt. Dazu gibt es auf diesem Blog Rezepte und Gastro-Geschichten.

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